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Sonntag, 11. Februar 2007

Gäste XX

„Was willst du denn hier und wo hast du deine Haare gelassen?“, stieß Thomas ungläubig hervor, als er Bert vor seinem Tresen entdeckt hatte.

Nachdem Bert seine Liste fertig gestellt hatte, hat er sein Haarteil im Garten verbrannt. Nun stand er mit einer riesigen Sonnenbrille, die fast sein ganzes Gesicht verbarg, getarnt im Sprotstudio..

„Hör zu, eure Trennung oder was auch immer geht mich nichts an. Ich bin hier, weil ich einen von dir erstellten Fitness-Kompass möchte. Ich will auf 95 Kilo runter, und zwar in drei Monaten. Schaffst du das?“ Es war die längste Rede, die Thomas je von Bert gehört hatte. Schnell wurde er professionell.

„Darf ich das via Internet dokumentieren? Dann komme ich dir mit dem Preis entgegen.“

„Nur zu.“ Bert war zu allem bereit.

„Wir werden dich jetzt wiegen, messen und deinen persönlichen Body-Maß-Index erstellen. Dann setzt du dich auf diesen Ergometer, klemmst dir diese Dinger ans Ohr und fährst 20 Minuten gegen 60 Watt. Anschließend versuchen wir den Crosstrainer und dann geht es auf die Fitnessstraße zu den Gewichten. Du sagst mir, welche Geräte dir liegen, und welche nicht. Ich erstelle den Ablauf und du kommst dreimal pro Woche. Den Ernährungsplan stellt dir Steffi zusammen. Alles klar?“ Thomas kritzelte wie ein Besessener auf eine Karteikarte herum und Bert antwortete zaghaft: „Nicht so ganz, ehrlich gesagt.“

„Zimmerservice, Aspirin reichlich und schnell, bitte. Suite 112“, nuschelte Barbara in den Telefonhörer, bevor sie richtig wach wurde. Es kümmerte sie nicht, dass sie komplett bekleidet und mit verschmiertem Make-up im Bett lag, als das Zimmermädchen die Suite betrat. Barbara was sehr beliebt bei den Angestellten. Sie war unkompliziert und großzügig. Das eine oder andere Mal hatte sie in der Bar bis in den frühen Morgen hinein Chansons in bester Streisand-Manier geschmettert. Gelegentlich hatte sie alle Mitarbeiter, die keinen Dienst hatten, in eine Karaoke-Bar eingeladen. Sogar die Hoteldirektion drückte ein Auge zu, da nicht selten einer der Manager dabei gewesen ist.

„Soll ich sie zur Massage anmelden?“ fragte Karo, das Zimmermädchen, fürsorglich.

„Was ich brauche nennt sich Komplettsanierung. Bringen sie mir bitte ein Frühstück mit allem, was die Küche zu bieten hat. Ich entscheide dann, was ich möchte. Danach werde ich den Sauna- und Wellnessbereich für mich alleine beanspruchen. Hängen sie das übliche Schild auf. Ich kann unmöglich jetzt schon festlegen, ob mir der Sinn zuerst nach Maniküre, Pediküre, Körperpeeling oder Thalassobad steht. Der Aryuweda-Mensch soll sich ebenfalls bereithalten. Danke vorerst.“

Leidenschaft | pommesrot um 18:28h | 2 Kunde | Appetit?



Sonntags immer!

Den wievielten Sonntag infolge schreiben wir heute, an dem es ununterbrochen regnet?

Allerweltskrams | pommesrot um 18:17h | Kein Kunde | Appetit?