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Samstag, 18. November 2006

Gäste XIII

Damit rennst du bei Laura offene Türen ein! Sie träumt davon, einmal bei ′Das großartige Abendessen′ dabei zu sein, dachte Arnold, sprach es aber nicht aus. Er hatte den Brief für Werbung eines Fernsehsenders gehalten. Umso mehr hatte ihn der Inhalt überrascht, da Laura ihm ihre Bewerbung verschwiegen hatte. Der darauf folgende Streit hatte die getrennten Schafzimmer zur Folge.

Heike rief: „Ich hab noch eine Idee, zur Strafe muss er oder sie sich bei Thomas im Fitnessstudio die Idealfigur innerhalb eines halben Jahres antrainieren!“

„Wie ich sehe, bist du wild entschlossen, nach Dänemark zu kommen“, bemerkte Gottfried trocken. „Damit ihr seht, dass es mir ebenfalls sehr Ernst ist, hier mein Vorschlag: Zur Strafe muss der- oder diejenige bei meinen Eltern und mir selbstverständlich eine Woche lang den Stanley geben“.

„Wer nicht kommt, muss bei jedem von uns eine Woche lang den Stanley spielen!“ legte Barbara nach. „Das ist die Idee“!

Später war es nicht mehr nachzuvollziehen, ob Barbaras Vorschlag den Ehrgeiz Aller geweckt hatte, oder ob der Gruppenzwang zu übermächtig geworden war. Der Alkohol hat sicherlich sein Übriges dazu getan. Feierlich standen sie auf, legten die rechten Hände übereinander und schworen bei der Ehre, diese Woche zusammen verbringen zu wollen.

Der letzte Vorschlag wurde einsstimmig angenommen, obwohl die Aussicht, Lauras Schwiegermutter beherbergen zu müssen, auch diskussionswürdig war.

Leidenschaft | pommesrot um 11:52h | Kein Kunde | Appetit?



Donnerstag, 16. November 2006

Feedback

Ich habe gestern meiner Chein auf ihr Drängen hin etwas von mir zu lesen gegeben. Sie selbst liest wie besessen und hat auch schon ein Kinderbuch geschrieben und veröffentlicht.

Ich hatte ein ungutes Gefühlt, doch sie hat mir ganz detailliert ihre Meinung geschildert. Sie sagtem sie sei neugierig geworden, wie es weitergehe und das sei an sehr gutes Zeichen!!

Außerdem fand sie meinen Schreibstil kurzweilig und witzig. Den Spannungsbogen hätte ich gut aufgebaut, doch ob ich in der Lage sei, diesen ein ganzes Buch hindurch beizubehalten.

Leidenschaft | pommesrot um 17:32h | 1 Kunde | Appetit?



Gäste XII

Wie komme ich aus der Nummer nur wieder raus, dachte Laura und sagte: „Das war doch nur ein Spaß! Weiter nichts! Keiner von uns hat das jemals für voll genommen, oder? Wir hatten eine schöne Zeit, das war alles. Davon mal ganz abgesehen. Wer sagt denn, dass wir dasselbe Haus noch mal bekommen? Vielleicht hat es den Besitzer gewechselt oder aus dem Programm genommen.“

„Vergiss es. Die Villa ist bereits gebucht. Bert hat es im Auge behalten und für dieses Jahr bereits vorgemerkt, nicht wahr, Bert?“ Gottfried machte Lauras letzte Hoffnung zunichte. „Außerdem, Susanne hat es bereits gesagt, was spricht gegen eine gemeinsame Woche in einer 30-Zimmer-Villa mit Butler und allem Zipp und Zapp? Mensch Laura, wo ist deine Spontanietät geblieben? Und du Bert, sei doch nicht immer so schluffig.“ Geradezu euphorisch wirbelte Gottfried im Wohnzimmer herum.

„Also gut, wegen mir“, seufzte Laura und Bert fügte hinzu: „Wer weiß, wofür es gut ist.“

„Luzi! Ich hatte ganz vergessen, dass wir dich so genannt hatten. Du Teufel, du“, säuselte Heike Gottfried ins Ohr, „ich hol uns noch nen Schampus.“

„Gute Idee“, sagte Gottfried laut zu allen, „lasst uns darauf anstoßen und die Bedingungen fest legen. Nicht, dass sich am Ende noch jemand verpisst. Laura, zeig Heike wo eure Schätze liegen.“

Heike verzog eine Mine. Der Wink mit dem Zaunpfahl ist daneben gegangen. Nachdem sie angestoßen hatten, wurde beratschlagt, welche Strafe sie sich selbst aufzuerlegen bereit waren.

„Wer kneift oder sich vorzeitig dünne macht nimmt Elsa während ihres jährlichen Deutschlandaufenthalts für zwei Wochen bei sich auf!“ Laura witterte plötzlich Morgenluft. Die Gelegenheit, dem spröden Charme ihrer Schwiegermutter auf subtile Art und Weise entgehen zu können bot sich geradezu an.

Arnold starrte sie mit großen Augen an. „Mutter als Wetteinsatz? Bist du noch zu retten? Sie nimmt die Strapazen
des Fluges nur für uns auf sich. Sie ist nicht mehr die Jüngste und immerhin sind wir ihre einzigen noch lebenden Verwandten.“

„Strapazen, ha, das ich nicht lache. In der ersten Klasse hat man ja auch so viel auszuhalten“, erwiderte Laura sarkastisch. „Für Elsa existierten von je her nur zwei Menschen. Der eine davon ist sie selbst und der andere sitzt hier im Wohnzimmer“.

„Interessanter Vorschlag“, mischte sich Gottfried ein, als wieder einmal die Stimmung zu kippen drohte.

„Wer verliert, muss für alle Unkosten aufkommen“, schlug Barbara vor.

„Machst du es dir da nicht ein bisschen einfach? Du hast doch eh nichts zu bedenken. Was kostet die Welt, das Leben ist ein großer Spaß“, sagte Bert bitter.

„So war das doch gar nicht gemeint! Meine Herren, du bist aber auch dünnhäutig geworden. Jetzt guck nicht so. Das war nicht doppeldeutig gemeint von wegen dick und so. Wie lautet denn dein Vorschlag?“

„Der Verlierer muss sich ernsthaft bei einer Talk-Show bewerben. Die Show und das Thema werden von den anderen ausgesucht“. Bert wusste nur zu gut, dass es Susannes sehnlichster Wunsch war, einmal im Fernsehen aufzutreten. Die Blamage gönnte er ihr von Herzen.

Leidenschaft | pommesrot um 08:36h | Kein Kunde | Appetit?



Sonntag, 12. November 2006

Gäste XI

„Danke für das Angebot. Ich überlege gerade, ob ich für heute noch mal reumütig zurückkehren sollte. Der dreizehnte Tag, wie ihr wisst!“

„Du hast nen Knall, weißt du das!“ sagte Susanne fast beeindruckt.

„Bert, wie du weißt, trenne ich Privates von Geschäften“, sagte Gottfried mit einer Bestimmtheit, die man ihm nicht zugetraut hätte. „Du kommst am besten nächste Woche zu mir ins Büro. Bis dahin habe ich mir einen Überblick verschafft.“

„Kommt, wir gehen zurück. Ich möchte jetzt auch wissen, was drüben los war.“ Arnold komplimentierte seine Freunde hinaus.

Bert folgte ihm. Teils beschämt, teils erleichtert, boxte er Gottfried in die Seite. „Was ist jetzt mit dem Haus, Alter. Du hast es doch am Start, oder?“ fragte Gottfried und boxte zurück.

„Aber klar doch. Sogar unser Butler wird wieder der gute, alte Stanley sein.“

Laura, Susanne und Heike hatten wieder im Wohnzimmer Platz genommen, als die Männer herein kamen.

„Wer von euch hat meine Haselünner Ananas auf dem Gewissen? Ich habe hart dafür arbeiten müssen.“ Arnold tat schwer entrüstet.

„Ich hab sie Thomas an den Kopf geworfen. Sorry!“

„Besser hätte man sie nicht verwenden können“, lachte Arnold.

„Ich dachte, du hängst so an der Trophäe! Warum sollte das Ding seit 15 Jahren immer so gut sichtbar platziert werden?“ sagte Laura empört.

„Ich wollte dich nur auf den Arm nehmen und irgendwann hat sich diese zum schreien hässliche Ananas für mich zu einem ‚Running Gag’ entwickelt. Die kleinen Freuden eines hart arbeitenden Mannes, verzeih mir“, sagte er treuherzig und küsste ihre Hand.

„Leute!“ rief Gottfried, „Wir sollten heute, nachdem wir das Jubelpaar ausgiebig gefeiert haben, unser Augenmerk auf die Wette legen.“ Er legte eine bedeutungsschwere Pause ein.

„Wir hatten uns damals geschworen, in zehn Jahren wieder gemeinsam dasselbe Haus zu mieten. Ich bin mal gespannt, ob die Zeitkapsel immer noch im Versteck liegt“.

„Die Sache hat nur einen Haken: Meinen Ex will ich ums Verrecken nicht dabei haben“, bemerkte Barbara.

„Und ich meinen zukünftigen Ex auch nicht!“ warf Heike ein.

„Es geht doch nicht im Ernst um die Dänemark-Wette? Das ist doch bizarr!“ Laura verzog verächtlich den Mund. „Aus dem Alter sind wir doch inzwischen raus, oder?“

„Hast Schiss, oder?“ sagte Susanne herausfordernd.

„Wer wohl von uns beiden mehr Leichen im Keller in Dänemark hat. Du oder ich“, gab Laura spöttisch zurück.

Bevor das Gespräch eine unangenehme Wendung nehmen konnte, sagte Gottfried: “Arnold, hol mal das von uns allen verfasste Pamphlet, dass unsere Bedingungen von damals dokumentiert“.

Arnold kam mit einem Papier in Klarsichtfolie dazu. „Dies ist das von uns allen unterschriebene Original. Die Kopie ist im Versteck“.

„Ich finde, Laura hat Recht. Man kann die gute alte Zeit nicht wieder heraufbeschwören. Außerdem kann ich das Reisebüro keine Woche schließen!“

„Natürlich kannst du das. Bei den paar Leutchen, die sich zu uns noch verirren. Das kriegt Christoph mit links geregelt!“ warf Susanne unbekümmert ein. „Die Vorstellungsgespräche führe ich seit damals, müsst ihr wissen. Chrissi ist aber auch schnuckelig – uuups, ich schweife ab“, sie tat albern ertappt und hielt sich die Hand vor den Mund. „Ach Bert, komm schon, wann haben wir zum letzten Mal was richtig Spannendes oder Verrücktes unternommen?“

„Auf mich könnt ihr auf alle Fälle zählen. Ich bin wieder auf’m Markt, genau wie damals.“ Heike rückte näher an Gottfried.

„Und du bist heute noch genauso knackig wie vor zehn Jahren. 30 Kilo mehr oder weniger, was spielt das für eine rolle, es sind und waren bei dir schon immer die inneren Werte, die dich so sexy machen“, schmeichelte Gottfried. Er konnte tatsächlich eine Beleidigung zum Kompliment verpacken. Entsprechend befremdet guckte Heike zunächst aus der Wäsche. Sie entschied sich aber, mit den anderen mit zu lachen.

„Dann wäre das also geklärt. Wir halten uns an die Abmachung. Alles andere hätte mich auch enttäuscht“. Arnold stand auf und las großen Gesten vor: „ Hiermit erklären wir feierlich: Wir werden in zehn Jahren, sofern wir uns immer noch bester Gesundheit erfreuen, wieder hier zusammen treffen. Freundschaft und Liebe ist das, was uns zusammen hält. Die gegenwärtigen Lebensabschnittspartner sind bedingungslos mitzubringen. Faule Ausreden zeugen von Unflexibilität sowie Feigheit. Auf das wir niemals alte Säcke werden! Gezeichnet: Gottfried ′Luzi′ Niedermann, Corinna Klus, Laura Deisterkamp, Arnold Deisterkamp, Heike ′Belli′ Benrath, Susanne Lorenz, Bert ′Erni′ Lorenz und Barbara von Ruppach“.

Leidenschaft | pommesrot um 19:13h | Kein Kunde | Appetit?